Wechselseitig

Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989

Die zweisprachige Ausstellung (deutsch/englisch) erzählt erstmalig die kaum bekannte Geschichte jener Menschen, die von der Bundesrepublik in die DDR übersiedelten. Die meisten dieser 500.000 Menschen kehrten zurück zu ihren Familien und Freunden, hatten sich verliebt, flohen vor Strafverfolgung, folgten dem Ruf der Kirchen, suchten Arbeit, ein besseres Leben oder einen persönlichen Neuanfang: Migration als Normalfall der Geschichte. Nur eine Minderheit wählte diesen Weg aus politischer Überzeugung. Erst der Kalte Krieg mit seiner Systemkonkurrenz zwischen Ost und West macht diese Migrationsgeschichten zu etwas Besonderem.

„Wechselseitig” lässt diesen Aspekt der deutsch-deutschen Geschichte am Beispiel der Lebenswege von mehr als 20 prominenten aber auch unbekannten Übersiedlern lebendig werden. Das Spektrum der Lebensgeschichten reicht von einem erfüllten und zufriedenen Leben in der DDR über Bespitzelung im Alltag bis hin zu Haft, Flucht und Tod.

Die Ausstellung zeigt Fotos, Dokumente, persönliche Erinnerungsstücke und filmische Zeitzeugeninterviews, ergänzt um historische Film- und Rundfunkaufnahmen. Die porträtierten Frauen und Männer geben der deutsch-deutschen Rück- und Zuwanderung in die DDR ein Gesicht.

„Wechselseitig” geht auch auf übergreifende Themen der West-Ost-Migration ein: die Prozedur in den Aufnahmeheimen, die Erfahrungen der Übersiedler in der DDR-Gesellschaft, die oft entscheidende Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit, die deutsch-deutschen Propagandaschlachten, die Auslandsspionage der DDR und wie es rückbeorderten Kundschaftern erging.

Zur Ausstellung ist ein gleichnamiger Begleitband erhältlich.

Eine Ausstellung des exhibeo e.V. - Gesellschaft für politische, kulturelle und historische Forschung und Bildung in Kooperation mit der Stiftung Berliner Mauer.

Gefördert wurde die Wanderausstellung von der Lotto-Stiftung Berlin und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Medienpartner: rbb. Kooperationspartner: Deutsches Rundfunkarchiv.

Die Ausstellung ist bis zum 17. April 2017, Di bis So von 10-18 Uhr, in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu sehen. Die Erinnerungsstätte ist vom 20. Dezember 2016 bis 2. Januar 2017 geschlossen. Öffentliche Kuratorenführungen finden am 6. und 27. November 2016, sowie am 5. März und 2. April 2017, jeweils um 15 Uhr, statt.

Im Anschluss wird die Ausstellung von Mai bis August 2017 im Museum Pankow, Standort Prenzlauer Allee 227/228 zu sehen sein.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Eva Fuchslocher oder Dr. Michael Schäbitz.

E-Mail: e.fuchslocherSpammerRaus![at]exhibeo.de oder m.schaebitzSpammerRaus![at]exhibeo.de

Weitere Informationen unter www.wechselseitig.info

 

 

Plakat zur Ausstellung „Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989”
Blick in die Ausstellung - neben Texten, Abbildungen und Objekten finden sich in der Ausstellung auch eine Vielzahl an Filmen, die die Lebensgeschichten der Zeitzeug/innen vertiefend darstellen.
Blick in die Ausstellung - neben Texten, Abbildungen und Objekten finden sich in der Ausstellung auch eine Vielzahl an Filmen, die die Lebensgeschichten der Zeitzeug/innen vertiefend darstellen.
Viele der interviewten Zeitzeug/innen nahmen an der Eröffnung der Ausstellung am 3. November 2016 teil. Unter ihnen Frauke Naumann, die 1986 in der DDR übersiedelte.
Viele der interviewten Zeitzeug/innen nahmen an der Eröffnung der Ausstellung am 3. November 2016 teil. Unter ihnen Frauke Naumann, die 1986 in der DDR übersiedelte.
Besucherandrang am Eröffnungsabend
Besucherandrang am Eröffnungsabend
Für ein Zeitzeugengespräch kamen am Eröffnungsabend (von links nach rechts) Ellen Schernikau, Manfred Kern, Frauke Naumann und Karin Balzer zusammen.
Für ein Zeitzeugengespräch kamen am Eröffnungsabend (von links nach rechts) Ellen Schernikau, Manfred Kern, Frauke Naumann und Karin Balzer zusammen.